Pirna: Neonazis begleiten Stadtratssitzung

Text?

Am 02. März soll­te die zu­neh­men­de Ge­walt in Pir­na­er Stadt­rat Thema sein. Die NPD-​Stadt­rä­te Mirko Liebs­cher und Dr. Olaf Rose wur­den auf­ge­for­dert sich von der Ge­walt zu dis­tan­zie­ren. Für die Klein­stadt üb­lich zeig­ten sich auch dut­zen­de Neo­na­zis um „Prä­senz“ zu zei­gen. Dabei kam es auch zu Dro­hun­gen gegen Teil­neh­me­rIn­nen einer Kund­ge­bung vor dem Pir­na­er Rat­haus.
Seit dem 13. Fe­bru­ar es­ka­lier­te in der Kreis­stadt die Ge­walt. Erst zogen 400 Neo­na­zis durch die In­nen­stadt, at­ta­ckier­ten einen Men­schen und war­fen Stei­ne gegen ein SPD-​Bü­ro. We­ni­ge Tage spä­ter schlug eine Grup­pe jun­ger Neo­na­zis einen nicht­rech­ten Ju­gend­li­chen zu­sam­men und ver­letz­ten ihm im Ge­sicht. Zwei mut­maß­li­che Täter konn­ten ge­stellt wer­den. Hö­he­punkt der Ge­walt war ein Brand­an­schlag auf das Auto des Krei­ge­schäfts­füh­rers der Lin­ken in Pirna. Das Fahr­zeug brann­te voll­stän­dig aus. Nur we­ni­ge Tage zuvor späh­te ein be­kann­ter Neo­na­zi aus Dres­den sein Haus aus und fo­to­gra­fier­te auch das Auto.

Dar­auf be­zug­neh­mend stell­ten die de­mo­kra­ti­schen Par­tei­en und zi­vil­ge­sell­schaft­li­che In­itia­ti­ven die For­de­rung auf, dass sich die NPD von den Ge­walt­ta­ten dis­tan­zie­ren solle. Auf ihrer In­ter­net­sei­te sprach sie von Wi­der­stand­shand­lun­gen Pir­na­er Bür­ger. 40 Men­schen schlos­sen sich der Kund­ge­bung an. In Re­de­bei­trä­gen wurde die zu­neh­men­de Bru­ta­li­tät von rechts­mo­ti­vier­ten An­grif­fen, sowie die Ver­fas­sungs­feind­lich­keit der NPD the­ma­ti­siert.

Schon zu Be­ginn der Kund­ge­bung streif­ten ver­ein­zelt Neo­na­zis im Stadt­zen­trum umher. Sie be­äug­ten die Kund­ge­bungs­teil­neh­me­rIn­nen und be­ga­ben sich alle in eine klei­ne Sei­ten­stra­ße. We­ni­ge Au­gen­bli­cke nach­dem der NPD Stadt­rat Liebs­cher er­schien kam, die Grup­pe Neo­na­zis ge­schlos­sen auf den Markt­platz. Nun stieß auch Dr. Olaf Rose in Be­glei­tung von Mar­cus Groß­mann zu der Grup­pe und be­grüß­te die An­we­sen­den mit einem Hän­de­druck. Kurz vor 18 Uhr gin­gen die Neo­na­zis schließ­lich ge­schlos­sen ins Rat­haus. Mit ein wenig Ver­spä­tung kam eine wei­te­re Grup­pe jun­ger Neo­na­zis auf den Markt­platz und pro­vo­zier­te die An­we­sen­den Kund­ge­bungs­teil­neh­me­rIn­nen.

Mit der de­mons­tra­ti­ven Prä­senz ver­such­ten die lo­ka­len Neo­na­zis ein Klima der Ein­schüch­te­rung zu schaf­fen. Und knüpft damit an die „Er­fah­run­gen“ der ver­bo­te­nen Ka­me­rad­schaft „Skin­heads Säch­si­sche Schweiz“ (SSS) an, die vor we­ni­gen Jah­ren ver­such­ten, die Re­gi­on „Aus­län­der-​ und Ze­cken­frei“ zu ma­chen.

de.indymedia.org/2010/03/274856.shtml

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: