Archiv für Oktober 2010

Leipzig: Rassistischer Mord?

LeipzigAm Sonntagmorgen wurde der 19 Jährige Iraker Kamal K. vor dem Leipziger Hauptbahnhof von zwei Männern ermordet. Die Täter Daniel K. (28) und Marcus E. (32) hielten sich in der Parkanlage vor dem Bahnhof auf, als Kamal, eine Freundin von ihm und eine weitere Person die Anlage durchquerten. Daniel K. und Marcus E. begannen daraufhin die Gruppe zu beschimpfen. Bei der Auseinandersetzung stürzten sich beide auf Kamal, welcher kurz darauf mit einer tiefen Schnittwunde im Bauch zusammenbrach. Beide Täter wurden erst in diesem Jahr aus dem Gefängnis entlassen. Dort saßen sie wegen schwerer Körperverletzung und Vergewaltigung ein. Beide Männer wurden nun dem Haftrichter vorgeführt. Dazu schreibt die LVZ:

„Das Tatmotiv sei nach wie vor unklar, sagte Ricardo Schulz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig, am Montagabend. Die Ermittlungen würden weiter in alle Richtungen laufen. Dies betrifft auch Vermutungen, die Messerattacke der beiden Männer auf den jungen Iraker könnte ausländerfeindliche Hintergründe haben. „Wir haben dafür bisher keine Anhaltspunkte“, sagte Schulz. Die beiden Beschuldigten haben sich zum Tatvorwurf bisher nicht geäußert.“

Allerdings, so die LVZ, sei einer der beiden Männer bereits vor ein paar Jahren wegen rechtsextremer Tätigkeiten aufgefallen. Zudem trug einer der beiden Männer bei der Festnahme einen Pullover über dem Gesicht mit der Aufschrift: „Kick off Antifascism“. (Fotos: bild.de)

Unklar ist bis jetzt jedoch, ob sich Täter und Opfer im Vorfeld bereits kannten, denn auch Kamal K. ist wegen Körperverletzung aktenkundig gewesen.

Dass es sich bei diesem Mord um ein rassistisches Motiv handelt und nicht um private Streitereien wird zu beweisen sein, die Fakten sprechen aber dafür.

Quelle: Indymedia

Keine Zukunft für Nazis in Leipzig

Am heutigen Nachmittag planten (Neo)nazis mehrere Propagandaaufmärsche in Leipzig durchzuführen und damit ihr angebliches „Recht auf Zukunft“, einer völkischen, rassistischen und antisemitischen Zukunft, einzufordern. Dazu hatten die lokalen (neo)nazistischen Akteure vier Veranstaltungen angemeldet, die von Sammelpunkten im Norden (Wahren), Westen (Plagwitz) und Süden (Probstheida) sternmarschartig zum Innenstadtring geführt werden sollten.

Aufgrund der zahlreichen ebenfalls angemeldeten Gegenveranstaltungen machten die Behörden den (Neo)nazis jedoch schon im Vorfeld einen Strich durch die Rechnung. Der Südaufmarsch wurde verboten und als Ersatz für die drei anderen Aufzüge nur eine stationäre Kundgebung an der Ostseite des Leipziger Hauptbahnhofs gestattet.

Zumindest im Fall des Nordmarsches versuchten die (Neo)nazis dann gerichtlich ein Recht zum aufmarschieren zu erkämpfen, scheiterten aber vor den Instanzen der Verwaltungsgerichte.

Am Vormittag fanden sich jedoch trotzdem ungefähr hundert Antifaschist_innen am geplanten Aufmarschpunkt im Norden, genauer gesagt in der Georg-Schumann-Straße, ein, um eventuell auf eine für die (Neo)nazis günstige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes schnell reagieren zu können. Die fiel aber nicht, so dass die von der Bereitschaftspolizei aufgestellten Wasserwerfer und Räumpanzer nicht eingesetzt wurden. Die antifaschistischen Gegendemonstrant_innen formierten sich dann stattdessen zu einer Spontandemonstration und liefen Richtung Innenstadt.

An der Ostseite des Leipziger Hauptbahnhofes sammelten sich derweil, geschützt durch eine „Wagenburg“ aus Einsatzwagen der Polizei sowie hunderten Beamt_innen, ungefähr 200 (Neo)nazis um den Leipziger Stützpunktleiter der „Junge Nationaldemokraten“ (JN) und Aufmarschanmelder, Tommy Naumann.

Trotz Lautsprecherwagen konnte diese Kundgebung jedoch bei weiten nicht die Kraft entfalten, welche die Veranstalter_innen möglicherweise erhofften. Umzingelt von tausenden von Gegendemonstrant_innen und durchnässt vom Dauerregen boten die (Neo)nazis nur ein erbärmliches Bild.

Letztendlich war es ihn wieder nicht gelungen im großen Stile in Leipzig aufzumarschieren. Auch die bestätigten, kurzzeitigen taktischen (neo)nazistischen Spontanaufmärsche in Halle/Saale und Geithain können nicht über die strategische Niederlage in Leipzig – das Konzept Sternmarsch ist gescheitert – hinwegtäuschen.

Für Nazis gibt es keine Zukunft.

Bilder und Text auf www.westhavelland.wordpress.com

Solidarität mit den Stuttgart 21-Gegnern!

AuftaktkundgebungHeute Morgen gegen 1 Uhr wurden die ersten Bäume im Stuttgarter Schlossgarten gefällt. Mehrere tausend Menschen demonstrierten dort seit gestern für den Erhalt der einige hundert Jahre alten Bäume. Frau Merkel kündigte währenddessen an, das Projekt Stuttgart 21 auch gegen den Willen der Bürger durchsetzten zu wollen. „Das Bahnhofsprojekt sei sinnvoll und richtig.“ Gleichzeitig rief sie die Demonstrant_innen auf ruhig zu bleiben und ihre Proteste friedlich kund zu tun.
Dabei wäre eine solche Ansage an die Staatsmacht, welche sich seit gestern in Form von über 2000 Bullen, SEK, Wasserwerfern und Räumpanzern präsentiert, um einiges sinnvoller. (mehr…)




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