Archiv der Kategorie 'Antifa'

Antifademo am 18.9. gegen Brandanschläge und andere Naziaktivitäten in Dresden und Sachsen

AuftaktkundgebungDrei Brandanschläge innerhalb weniger Tage hat es in Dresden im August 2010 gegeben. Alle drei besonders perfide: Zwei auf Wohnhäuser mit alternativen Projekten (“Die Praxis” und “RM16″) und einer auf die Begräbnishalle des Jüdischen Friedhofs. Nur durch Zufall kamen keine Menschen zu Schaden, ein Zimmer brannte jedoch komplett aus. Für die Jüdische Gemeinde war es ein Schock, nachdem an gleicher Stelle vor etwa zehn Jahren die Grabschändungen aufgehört hatten.

Nach einer Spontandemonstration mit 500 Menschen und einer Aktion im Stadtrat folgt nun eine überregionale Demonstration unter dem Motto: “Es ist immer ein Angriff auf uns alle”, bei der es auch um die Brandanschläge in ganz Sachsen und weitere Naziaktivitäten geht.

Treffpunkt zur Demo in Dresden:

Sonnabend, 18. September 2010, 15 Uhr Albertplatz

Schaut auf: angriffaufunsalle.blogsport.de
dresden1302.noblogs.org

Erfolgreiche Antifa Demo am 28.08. in Radeberg

AuftaktkundgebungLetzten Sonnabend fand in Radeberg eine Demonstration unter dem Motto „No Nazis in Radeberg und Anderswo!“ statt. Dem Aufruf der Autonomen Antifa Radeberg (AARDB) folgten 350 Menschen.

Anlass dafür, gaben die in den letzten Jahren stark zugenommen Naziaktivitäten in der Stadt.

Team Green verzögerte den Beginn jedoch durch völlig überzogene Vorkontrollen. Viele DemonstrantInnen mussten wegen einem Verbot von Stahlkappenschuhen, teilweise im Regen, barfuß laufen. Minderjährigen wurde die Teilnahme an der Versammlung verwehrt. Und da der Klapptisch der AARDB beschlagnahmt wurde (gefährlicher Gegenstand), konnte leider auch kein Infostand aufgestellt werden.

Gegen 13.30 Uhr startete dann die Demonstration kraftvoll vom Bahnhof, vorbei an einschlägigen Nazitreffpunkten und dem Wohnsitz des NPD Stadtrates Simon Richter zum Marktplatz. Auf dem Weg dorthin sah mensch immer wieder, von Balkonen und Fenstern aus, fotografierende Nazis. Im Hausflur Simon Richters, standen gut ein Dutzend vermummter „Autonomer“ Nationalisten. Die Polizei blockierte jedoch die Tür, während die Demonstration vorbei zog.
Auf der Zwischenkundgebung am Markt, sprach neben der AARDB auch OB Gerhard Lemm, welcher sich klar gegen jede Form rechten Gedankenguts positionierte und gleichzeitig Kritik an Thomas Israel (CDU Stadtrat) aussprach. Israel äußerte sich zwei Tage zuvor in der Sächsischen Zeitung gegen jede Zusammenarbeit mit antifaschistischen Gruppen „Wir sollten uns nicht der linken Extremisten bedienen, um mit ihnen gegen rechte Extremisten zu demonstrieren“.
Auf dem Rückweg zum Bahnhof gab es noch eine zweite kurze Zwischenkundgebung mit einem Redebeitrag vom VVN BdA. Dieser verwies auf die benachbarte Gedenkstätte für Opfer des Naziregimes, welche in den letzten Jahren oft geschändet wurde.
Im weiteren Verlauf der Route kam es am Kaiserhof zu einem Störversuch eines Nazimobs von ca. 20 FaschistInnen, welcher schnell, von der auch anwesenden Polizeireiterstaffel zerstreut wurden. Die Route wurde in Richtung Bahnhof fortgesetzt, wo sich die Demonstration nach ein paar abschließenden Worten auflöste.

Gegen 15.30 Uhr versammelten sich noch einmal etwa 15 FaschistInnen vor dem Bürgerbüro der Linken und bedrohten die dort Anwesenden Antifaschistischen. Diese riefen die Polizei, welche die Personalien aller Nazis aufnahm.

Abschließend ist zu sagen, dass es sehr erfreulich ist, dass so viele Menschen ins Dresdner Hinterland gefunden haben, um endlich ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Daran muss in nächster Zeit angeknüpft werden, bis auch der/die Letzte verstanden hat: Ohne Nazis sind alle froh – in Radeberg und Anderswo! (mehr…)

Mit dem Zug zur Antifademo nach Radeberg

Text?Von Dresden aus wird es am 28. August eine gemeinsame Anreise mit dem Zug geben.
Abfahrt: Dresdner Hauptbahnhof – 11:52 Uhr – Gleis 9
Neustädter Bahnhof – 12:07 – Gleis 9

AK Antifa Dresden

Radeberg Demonstration am 28. August

Antifaschistische Demonstration gegen die örtlichen Nazistrukturen und den Alltagsrassismus

Wann? 28. August 2010 13 Uhr
Wo? Bahnhof Radeberg

Den Aufruf gibt es hier
und Flyer sowie Plakate zum Selberdrucken findet ihr hier

weiter Infos folgen in kürze…

10. Juli Gera – Europas größtes Nazifest blockieren!

Text?Zum nunmehr siebten mal jährt sich das rechtsradikale Festival „Rock für Deutschland“ in Gera. Dieses hat sich in den letzten Jahren zu Europas größten Nazifest entwickelt. Die Antifaschistische Aktion Gera sowie weitere Gruppen und Bündnisse aus der Region haben sich in einem Vorbereitungskreis organisiert um den Nazis dieses Jahr die Party zu verderben.

Infos auf: www.nazifeste-abschalten.tk
www.nazifeste-verhindern.de

Vortrag mit Menschen aus Gera in Dresden
am Dienstag, den 29.06. um 20 Uhr
im AZ Conni, Rudolf-Leonhard-Str. 39

Es ist eine gemeinsame Anreise aus Dresden geplant. Bitte meldet euch beim AK Antifa DD, wenn ihr dabeisein wollt, bzw. kommt auf die Veranstaltung! (mehr…)

Kundgebung und Demonstration in Gedenken an Marwa El-Sherbini am 1. Juli

Text?Am 1. Juli 2010 jährt sich zum ersten Mal der Todestag von Marwa El-Sherbini, die im Dresdner Landgericht von einem antimuslimischen Rassisten erstochen worden war. Vorangegangen waren Beleidigungen des NPD-Symphatisanten auf einem Spielplatz im Jahr 2008 gegen Marwa. Er hatte sie aufgrund ihres Kopftuches als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpft. Ein Augenzeuge auf dem Spielplatz rief die Polizei, die Anzeige erstattete. Als der Täter deswegen einen Strafbefehl zugestellt bekam, unterstrich und begründete er seine Haltung – blanken Islamhass nennt es die TAZ – in einem Einspruch gegen den Strafbefehl.

In der Öffentlichkeit wurde der Mord als erster antimuslimischer Übergriff mit Todesfolge wahrgenommen. Häufig ist in diesem Zusammenhang auch von „Islamphobie“ oder „Antiislamismus“ die Rede. Letztere Begriffe sind jedoch weniger zur Beschreibung des Problems geeignet. Phobie wirkt verharmlosend und Antiislamismus wird auch von Muslimen verwendet, die sich gegen Islamismus positionieren.

Die Details des Mordes im Gerichtssaal machen die Tat nur noch erschütternder. So hat der dreijährige Sohn der schwangeren Marwa den Messerstichen auf seine Mutter zusehen müssen und ein herbeigerufener Polizist hat fälschlicherweise den Ehemann, der versuchte sie zu schützen, angeschossen. Hier stellt sich die Frage, warum der Polizist gerade ihn anschoss, der mit seinem südländischen Aussehen am ehesten dem Klischee des Ausländers entsprach? Die interne Ermittlung gegen den Polizisten wurde eingestellt und wer wie Dr. Sabine Schiffer immer noch nicht rassistische Motive des Polizisten ausschließt muss mit Klagen und Morddrohungen rechnen.

Eine unrühmliche Rolle spielte bei dem Fall auch die Dresdner Öffentlichkeit und die deutsche Medienlandschaft. Am Tag selbst wurde es nur als heftige Auseinandersetzung mit Todesfolge im Gericht in den deutschen Medien rezipiert. Schon am nächsten Tag wandte man sich wieder anderen Schlagzeilen zu und wollte zum business as usual übergehen. Erst nachdem in ägyptischen Medien über den Fall berichtet wurde und entsprechende Empörung in der islamischen Welt außenpolitische Verwicklungen andeutete, nahmen die Medien und die deutschen Politiker den Fall ernst und bemühten sich um Schadensbegrenzung. Einem von namhaften Dresdner Persönlichkeiten unterstützen Aufruf zu einer Gedenkkundgebung folgten einige Tausend Menschen, was für Dresdner Verhältnisse eine recht hohe Anteilnahme darstellt. Dennoch waren Beobachter mit westdeutschem Migrationshintergrund wie der bekennende FDP-Wähler Professor Wolfgang Donsbach von der TU Dresden aus ihrer Heimat stärkere Reaktionen gewöhnt, was ihn dazu veranlasste einen deutlichen und wie er hoffte aufrüttelnden offenen Brief an die Einwohner Dresdens zu schreiben. Diese hielten jedoch oft lieber entgegen, dass der Täter aus Russland kam, und demnach mit Deutschland und erst recht Dresden gar nichts zu tun hätte. Die NPD-Anhängerschaft des Täters, seine starke Identifikation mit Deutschland sowie seine antimuslimischen Äußerungen kamen erst nach und nach ans Licht der Öffentlichkeit und wurden mit dem abflauenden Medieninteresse immer weniger wahr genommen.

Am Ende steht die Verurteilung des Täters, Freisprüche für die Richter, die im Vorfeld trotz deutlicher Anzeichen den Ernst der Lage nicht erkannten und ein Freispruch von rassistisch motivierten Verhalten für den Polizisten, der in einer unklaren Situation vorsorglich erst einmal „den Südländer“ über den Haufen schoss. Der Hintergrund der Tat wurde weitgehend verdrängt und über die gesellschaftlichen Ursachen wird schon lange nicht mehr diskutiert. Es liegt auch an uns, dass der Fall nicht einfach vergessen und die spätestens deshalb notwendigen gesellschaftlichen Debatten um antimuslimische Tendenzen in Deutschland und Europa nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden. Deshalb rufen wir für den 1. Juli zum öffentlichen Gedenken an Marwa El-Sherbini auf.

Am 1. Juli 2010 findet um 17 Uhr auf dem Platz vor dem Rathaus eine Gedenkkundgebung statt, bei der eine Gedenktafel enthüllt wird. Anschließend wird es um 18 Uhr eine antifaschistische Demonstration geben. Im folgenden die Aufrufe dafür. (mehr…)

Naziaufmarsch zum 17. Juni in Dresden gestört

Text?Polizei und Ordnungsamt haben in Dresden zu ihrer alten Form zurückgefunden: Der Naziaufmarsch konnte dank ihres Engagements stattfinden. Doch die Nazis können außer dem Ablaufen ihrer Route auch keinen Erfolg verbuchen: Die GegendemonstrantInnen waren trotz kurzfristigen Aufrufs weit mehr und störten die Durchführung der Nazidemo erheblich. Bemerkenswert war dabei die Entschlossenheit und die Teilnahme vieler bürgerlicher GegendemonstrantInnen. Bericht und Auswertung des AK Antifa Dresden: (mehr…)

Nazikundgebung am 17. Juni in DD (Update 11.Juni)

Am 17. Juni wollen Dresdner Nazis wie in den vergangenen Jahren auch versuchen, den Jahrestag des so genannten “Volksaufstandes” in der ehemaligen DDR für sich zu instrumentalisieren.

Vor 57 Jahren hatten hunderttausende Bürgerinnen und Bürger auf die vom ZK der SED beschlossene Erhöhung der Arbeitsnormen um 10% mit Demonstrationen und Streiks in über hundert Orten der sowjetischen Besatzungszone reagiert. Die Behörden reagierten auf die Proteste mit der Verhängung des Ausnahmezustandes für Teile der ehemaligen DDR und entsendeten fast 20.000 Soldaten und 8.000 Angehörigen der Volkspolizei.

Bei den anschließenden Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und den Sicherheitskräften kamen mindestens 55 Menschen ums Leben, mehr als 2.000 Menschen wurden in den folgenden Wochen verhaftet und zum Teil für längere Zeit inhaftiert.

In den letzten Jahren (2008 | 2009) hatten Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Dresden gemeinsam mit Landtagsabgeordneten der NPD und Mitgliedern des Nationalen Bündnisses vor einem von einer Dresdner Künstlerin entworfenen Mahnmal aus Panzerketten auf dem Postplatz den Opfern des 17. Juni gedacht und Kränze niedergelegt.

Der AK Antifa Dresden ruft dieses Jahr zu Gegenaktivitäten auf!
Donnerstag, 17. Juni 2010
17:00 Uhr am Postplatz

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Protest gegen Bundeswehr an Dresdener Schule

Eine Schule. Überall Kameras. Ein Jugendoffizier. Zehn fröhlich grinsende Jugendliche außerhalb des Geländes. Eine wild telefonierende Person versteckt hinter einem Busch. Drei Sixpacks, ein Streifenwagen, zwei Zivis. Platzverweise. Zehn verwunderte Jugendliche auf dem Heimweg, verfolgt von den drei Streifenwagen. Was war passiert?
An dem Gymnasium Dresden Klotzsche fand heute eine Informationsveranstaltung mit einem Jugendoffizier der Bundeswehr in einer 10. Klasse statt. Solche sogenannte „Informationsveranstaltungen“ werden des öfteren genutzt, um Schüler_innen für den Dienst bei der Bundeswehr zu rekrutieren. Dabei wird mit einem „krisensicheren Job“ und großen Karrierechancen geworben. Gerade den Gymnasiast_innen wird versucht, eine Langzeitverpflichtung mit Studium im höheren Dienst schmackhaft zu machen. Die Bundesregierung will mit dieser Agitation das Modell des „friedliebenden, demokratischen, Uniform-tragenden Staatsbürgers“ etablieren. Dass diese als „humanitäre Hilfseinsätze“ getarnten Kriegseinsätze nur von wirtschaftspolitischen Machtinteressen geleitet sind, wird dabei bewusst verschwiegen. Der Mord an Menschen (Soldaten wie Zivilbevölkerung) wird billigend in Kauf genommen und medial in den Hintergrund gerückt. Gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und die „Nachwuchsförderung“ an Schulen und im öffentlichen Bereich regt sich verstärkt Widerstand. (mehr…)

Radeberger Land unter dem Hakenkreuz

Text?„Wer die Vergangenheit nicht kennt, hat keinen realen Blick für die Zukunft.“ Dieser Satz bildet das künstlerische Sujet des Titels einer vielbeachteten Broschüre, welche im Jahr 1999 in Radeberg erschien.
Die hier zusammengestellten Dokumente sollen diese Publikation ergänzen und ermöglichen, dass Interessierte sich weiter über die Zeitgeschichte im Radeberger Land informieren können. Die Weiterarbeit an den Quellen, das Auffinden neuer Quellen und Hinweise in jüngeren Publikationen zeigen uns, wie lückenhaft unser bisheriges Wissen über vergangenes Geschehen ist. Wir erkennen aber zugleich, wer sein Wissen weiter bereichern will, kann niemals aufhören zu suchen, zu forschen und wird immer wieder neue Mosaiksteine finden und unserem immer genauer werdenden Bild über die Vergangenheit hinzufügen können.

Download hier

Auszüge mit einer höheren Auflösung können auf Anfrage zugesand werden ->Kontakt




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